Marathon als Grenzerfahrung und Abenteuerlust


Der Geschichte nach brach der erste Marathonläufer im Ziel tot zusammen als er nach 40 km Lauf den Sieg der Griechen über die Perser im Jahr 490 v.Chr. in Athen verkündet hatte. Seitdem ist der Marathonlauf in einer Länge von 42,195 km weltweit zu einer sportlichen, psychologischen, gesellschaftlichen Herausforderung für viele Läufer geworden. Die Begeisterung für diese Sportkultur wächst stetig weiter. Der Marathonlauf fordert uns heraus bis an die Grenze des Möglichen zu gehen.

Laufen kann man nahezu überall und solange, wie man es möchte und könnte. Die Frage ist nur, warum wir eigentlich Marathon laufen? Ist es überhaupt gesund so lange zu laufen? Darüber gibt es natürlich verschiedene Meinungen! Fakt ist, dass der Marathon selbst für einen gesunden Körper eine enorme Belastung darstellt, die dann zu einer Selbsterfahrung der physischen und psychischen Grenzen führt. Wie reagiert der Körper und wie groß ist die eigene Ausdauer? Wann wird die Belastung zu einem gesundheitlichen Risiko? Bin ich bereit dieses Risiko einzugehen? Wie schätze ich mich ein? Überwiegt der Vernunft, oder die Abenteuerlust, wenn man an die eigene Grenzen stößt und der Selbstzweifel aufkommt? Das muss jeder für sich entscheiden. Marathon ist nicht Jedermanns Sache.

Wer das Laufen als eine Leidenschaft für sich entdeckt hat und beim Anblick der Laufschuhe ein Glücksgefühl empfindet, der könnte ein Marathonläufer werden, wenn er die entsprechenden Voraussetzungen mitbringt und sich gezielt darauf vorbereitet.

Vielleicht ist es auch ein Mittel aus der Spaßgesellschaft weg zu driften und endlich etwas Großes anzupacken. Ein Spaß der besonderen Art. Unser Ego auszuleben und 42,195 km durchzurennen ist erlaubt. Spannend wird es, wie lange wir dieses Ego auf den letzten Kilometern behalten, oder doch dem Zweifel an unsere Stärke und Ausdauer weichen?

Ich vergleiche das Laufen oft mit einem Tanz. Ein Tänzer tanzt gerne und lange, weil es seine Leidenschaft ist zu tanzen. Er fängt bei jeder Gelegenheit immer wieder an zu tanzen, obwohl irgendwann die Kräfte schwinden. Ein Tänzer liebt den Tanz, auch wenn er müde wird. Ein leidenschaftlicher Läufer liebt das Laufen genauso. Der Marathon ist ein Massentanz der Läufer, die ihre Leidenschaft lange ausleben wollen. Sie inspirieren sich gegenseitig und genießen es auch, wenn es weh tut. Das ist die Bühne zur Vollbringung der Laufkunst. Diese einmalige große Party der Läufer hat sich in der Marathongeschichte zu einer Massenkultur entwickelt.

Spannend wird es beim Marathon zum Schluß, wenn es darum geht nicht aufzugeben, sondern alle Kräfte zu mobilisieren. In dem Moment des Selbstzweifels wird manchmal die Spiritualität eine Rolle spielen, gerade dann wenn es darum geht an etwas zu glauben, die zum weiterlaufen ermutigt! Viele Läufer erzählen von vielen einfachen Dingen, die Kraft geben, wie zum Beispiel das gemeinsame Laufen, der Jubel der Zuschauer, die positive Atmosphäre, der Gedanke an etwas Schönes und positives etc. Jeder hat sozusagen, seine Wege und Mittel sich zu motivieren, um das zu erreichen, was man sich als Ziel gesetzt hat. Marathon ist eben eine Chance zur Selbsterfahrung in vieler Hinsicht!

Marathonläufer wollen die Spitze des Ausdauerlaufes erklimmen. Die Laufinspiration braucht manchmal Highlights und Mega-Events wie ein Marathon. Die 42,195 km Strecke soll nicht abschrecken, sondern Spaß machen und die Gesundheit nicht gefährden. Eine gute Vorbereitung mit sportlicher Disziplin und Selbstkontrolle über den eigenen Körper und Fähigkeiten gehört zum Programm, wie z.B. stets die Leistungsgrenzen erkennen und eine Selbstüberschätzung vermeiden, damit das Training einen gesunden Rahmen bekommt. Gewiss aber nicht immer schneller und weiter laufen um jeden Preis.

Laufen ist gesund und soll es auch so bleiben, wenn wir eine gesunde Einstellung zum sportlichen Ehrgeiz entwickeln. Der Runner‘s High soll eine gesunde High bleiben.

Wenn tausende erschöpfte Läufer die Ziellinie überqueren, teils mit weinenden und lachenden Gesichtern, werden die Glückshormone im Körper frei und die Emotionen nach der Grenzerfahrung brechen aus. So schön kann der Marathon sein, trotz aller Härte!

Letztendlich laufen wir, um gesunder und fitter zu werden. Deshalb, sollten wir die Gesundheit schätzen und schützen und das als eine Botschaft des Marathons verstehen. Denn ohne unsere Gesundheit und Fitness, würden wir unsere Laufleidenschaft und den Traum vom Marathon nicht erfüllen können.

 

 

Viel Spaß an alle Marathonis.